Frank Hoffmann

Der Sommer 2009 war in mehrfacher Hinsicht denkwürdig.

Das Puzzle der Proben zum „Brandner Kaspar“, das wir Anfang März gestartet hatten, fügte sich im Juni zu einem wunderbaren Ganzen und bei allem ungläubigen Staunen, das mir einzelne Darsteller verursachten und meinem tief empfunden Glück darüber, fürchtete ich ein wenig den Augenblick erleben zu müssen, an dem das alles vorüber sein würde und das Kind/die Inszenierung selbst zu laufen begänne.Um es vorweg zu nehmen: Die Befürchtung war insofern unbegründet als der künstlerische Entwicklungsprozess mit der Premiere nicht endete und der Lauf der Vorstellungen die Dichte des Geschehens noch verstärkte. Ein Publikumszuspruch nie da gewesenen Ausmaßes dankte es uns.

Apropos Premiere: Sie fand nicht statt!! Denn am Mittag des 26. Juni öffnete der Himmel Schleusen, von denen man nicht ahnen konnte, dass es sie überhaupt gibt. Güssing war auf dem „Landweg“ nicht mehr erreichbar und es hieß rings umher mehrfach „Land unter“. Der angesagte Premierenbesuch vieler herausragender Persönlichkeiten wie der von BM Claudia Schmied fiel buchstäblich ins Wasser und wir mussten zunächst tatenlos zusehen wie zahllose Keller, Wohnungen und Produktionsstätten mit übel riechendem Schlamm voll liefen.

Das war auch der Grund für die Idee eines Benifizkonzerts zu Gunsten der Unwetter-Geschädigten u.a. mit der weltbekannten Gruppe OPUS, das wiederum durch ungünstige Witterungsverhältnisse von der Güssinger Burg in die Veranstaltungshalle des Hotels AKTIV PARK verlegt werden musste und dessen Zustandekommen von Frau Landesrätin Verena Dunst in beispielloser Weise unterstützt wurde.Alles in allem eine Reihe von Erlebnissen, die die ideale Konstellation „meiner“ Güssinger Theater-Familie und meines Einsatzes in Güssing noch lebenswerter machte.

 

Ich freue mich bereits auf die Wiederaufnahme des „Brandner Kaspar“ im Sommer 2010 und auf den Start der Proben dazu mit all den großartigen DarstellerInnen und „meinem“ Stab vor und hinter der Bühne.